Pension Glöckl - Urlaub im Bayerischen Wald

Wissenswertes zur "Bayernhymne" Drucken
Montag, den 09. Februar 2009 um 19:08 Uhr

Im folgenden erläutern wir Ihnen die Entstehung unserer Hymne.

 Dem aufmerksamen Leser wird nicht entgehen, dass unser Himmel
und unsere Landesfarben weiß/blau sind, nicht blau/weiß...
 

 

 

 

Offizielle Fassung der Bayernhymne laut Bekanntmachung des Bayerischen
Ministerpräsidenten vom 18. Juli 1980 (Bayer. Staatsanzeiger Nr. 29 vom 18. Juli 1980)
Melodie: Max Kunz (1812-1875)
Urtext: Michael Oechsner (1816-1893)

Geschichte der Bayernhymne
Das Lied "Für Bayern" war seit der zweiten Hälfte des 19.Jahrhunderts bereits weit verbreitet, bevor es durch Initiativen des Bayerischen Landtags offizielle Hymne des Freistaates wurde. Dichter der Urfassung war der Münchner Lehrer Michael Oechsner, Herausgeber der ersten Zeitschrift des Bayerischen Lehrervereins. Komponist war Konrad Max Kunz, Professor am Münchner Konservatorium (heute Musikhochschule) und Chordirigent an der Königlichen Oper (heute Staatsoper) und im Bayerischen Sängerbund. Oechsner und Kunz wirkten zusammen in der alten Münchner Bürger-Sänger-Zunft, der sie 1860 das Lied "Für Bayern" widmeten. Es verbreitete sich rasch in Vereinen, in denen Oechsner, Kunz und ihre Freunde von der Sängerzunft mitwirkten (Schützenvereine und die in den Jahren seit 1860 neu gegründeten Turnvereine, Bayerischen Lehrervereine und Bayerischer Sängerbund).

In der Urfassung von 1860 gab es eine dritte Strophe, die sogenannte "Königsstrophe". Ihr erster Vers lautete: "Gott mit ihm, dem Bayernkönig! Segen über sein Geschlecht!" Allerdings war diese Strophe eine Konzessionsstrophe und nicht unumstritten. Auch wurde sie bereits 1860 in verschiedenen Fassungen verbreitet und 1891 noch einmal stark verändert. 1918 - nach dem ersten Weltkrieg - wurde diese Strophe dann getilgt und aus den meisten Liederbüchern gestrichen.

Nach 1945 war das zweistrophige Bayernlied des ersten Bayerischen Freistaats (Öchsner-Fassung) in die Schulbücher zurückgekehrt.

Eine weitere Fassung des Bayernliedes stammt aus dem Jahre 1946 vom Bayerischen Dichter Josef Maria Lutz. In ihr wurden die beiden "Deutsch"-Erwähnungen der Öchsner-Fassung ersetzt. So wurde in der ersten Strophe "deutsche Erde" abgewandelt in "Heimaterde". Die zweite Strophe wurde von Lutz umgeschrieben in "daß vom Alpenland zum Maine" statt Öchsners "deutschen Bruderstämmen". Außerdem hatte Lutz eine neue dritte Strophe angefügt. Diese Strophe fand allerdings wenig Anklang, so war z.B. die Formulierung "frohe Arbeit" recht umstritten.

Spätestens 1950/51 wurde vom Kultusministerium in der zweiten Strophe der Oechsner-Fassung "der Gegner" ersetzt durch "ein jeder".

Als die Nationalhymne der Weimarer Republik 1952 zur Hymne der Bundesrepublik Deutschland bestimmt worden war, beschloß der Bayerische Landtag einstimmig, dass die Deutschlandhymne und das Lied "Für Bayern" (zweistrophiger Öchsner-Text mit der vom Kultusministerium bereits angeordneten Änderung) in den Schulen gelehrt und gemeinsam im Bayerischen Rundfunk verwendet werden sollten. Die damalige Bayerische Staatsregierung (Große Koalition aus CSU und SPD) vollzog den Landtagsbeschluss am 03.03.1953. Da das zuständige Innenministerium 1964 von einer gesetzlichen Regelung der Hymnenfrage abriet, wurde sie abschließend durch Bekanntmachung des Ministerpräsidenten geregelt. Das Bayernlied, das seit 1964 offiziell "Hymne" genannt wird, genießt den Schutz des § 90a StGB, der die Verunglimpfung von Bundeshymne und Landeshymne verbietet.

Diskussionen über unterschiedliche Textgestaltungen beendete Ministerpräsident Franz Josef Strauß mit einer Bekanntmachung vom 18. Juli 1980. Darin ist festgelegt, dass der 1953 beschlossene zweistrophige Text, der im wesentlichen der Urfassung entspricht, bei offiziellen Anlässen verwendet wird.

 


 

Fassung des Bayernliedes nach Josef Maria Lutz (1946)
1. Gott mit dir du Land der Bayern,
Heimaterde, Vaterland!
über deinen weiten Gauen
walte seine Segenshand!
Er behüte deine Fluren,
schirme deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
deines Himmels, Weiß und Blau!

2. Gott mit uns, dem Bayernvolke,
wenn wir, unsrer Väter wert,
stets in Eintracht und in Frieden
bauen unsres Glückes Herd;
daß vom Alpenland zum Maine
jeder Stamm sich fest vertrau'
und die Herzen freudig eine
unser Banner, weiß und blau!

3. Gott mit uns und Gott mit allen,
die der Menschen heilig Recht
treu beschützen und bewahren
von Geschlechte zu Geschlecht.
Frohe Arbeit, frohes Feiern,
reiche Ernten jedem Gau,
Gott mit dir, du Land der Bayern
unterm Himmel weiß und blau!

 


 

Urfassung "Für Bayern" nach Michael Oechsner (1860)
1. Gott mit dir, du Land der Bayern,
deutsche Erde, Vaterland!
über deinen weiten Gauen
ruhe seine Segenshand!
Er behüte deine Felder,
schütze deiner Städte Bau
und erhalte dir die Farben
seines Himmels - Weiss und Blau!

2. Gott mit uns, dem Bayernvolke,
dass wir, unsrer Väter wert,
fest in Eintracht und in Frieden
bauen unsres Glückes Herd!
Dass mit Deutschlands Bruderstämmen
einig uns der Gegner schau'
und den alten Ruhm bewähre
unser Banner - Weiss und Blau!

3. Gott mit ihm, dem Bayernkönig,
Segen über sein Geschlecht!
Denn mit seinem Volk im Frieden
wahrt er dessen heilig Recht.
Gott mit ihm, dem Landesvater!
Gott mit uns in jedem Gau!
Gott mit Dir, du Land der Bayern,
deutsche Heimat - Weiss und Blau!

Aktualisiert ( Samstag, den 14. Februar 2009 um 15:37 Uhr )